Freitag, 27. Juli 2012

3. Die richtige Zeitebene

Immer wieder höre ich, dass man sich auf höhere Zeitebenen konzentrieren soll wenn man wenig Zeit hat um zu handeln. Grundsätzlich ist das natürlich nicht falsch. Wer jeden Tag erst spät nach Hause kommt und sich noch eine Stunde fürs traden reserviert, ist mit einem Daily-Timeframe nicht schlecht bedient. Hier genügt eine halbe Stunde pro Tag um offene Positionen zu managen und Ein- oder Ausstiege zu planen und auszuführen.

Die Nachteile an grossen Zeitebenen sind jedoch auch nicht ausser acht zu lassen. Wer seine Positionen in und aufgrund eines Tages-Charts öffnet, muss in der Regel grosse Stop-Loss Werte in Kauf nehmen. Wenn man also nicht gerade mit einem Guthaben von 100'000 EUR handelt, bedeutet dies oft, dass man mit der kleinstmöglichen Lot-Grösse handelt und eine Position auch erst nach Tagen oder Wochen wieder schliesst sofern man nicht ausgestoppt wird.

Demenstprechend dauert es selbst mit der besten Strategie eine Ewigkeit um sein Kapital auszubauen. Ausserdem kann es relativ mühsam werden längere Durst-Strecken von mehreren aufeinander folgenden Verlusten motiviert zu überstehen.

Die Alternative welche ich persönlich bevorzuge, ist in einem kleinen Timeframe täglich etwa um die selbe Zeit ein paar gute Signale zu handeln. Einmal angenommen dies geschieht in einem 5-Minuten oder sogar 1-Minuten Chart, kann ich mit kleinen Stop-Loss Werten arbeiten und schliesse alle Positionen wieder innerhalb dieser Trading-Session. Diesbezüglich ist jeder Mensch etwas anders aber ich persönlich habe am Abend gerne einen reinen Tisch, was bedeutet dass alle Positionen geschlossen sind. So erspare ich mir neben den Overnight-Kosten auch jeden Sonntag-Abend den Gap-Graus.

Auch was die Kapital-Entwicklung angeht bin ich mit einem kleinen Timeframe besser bedient. Durch die tägliche Veränderung des Kapitals und die feste Prozent-Zahl an Risiko des Kapitals pro Position, ist ein schnellerer Aufbau des Kontos möglich.

Wer den ganzen Tag Zeit hat um zu handeln, dem stehen auch alle weiteren Intraday-Charts zur Verfügung. Von 5 Minuten bis zu 4 Stunden Charts sind mit dem richtigen System gut Intraday handelbar.

Aber was genau ist denn nun eigentlich ein gutes oder das richtige System und weshalb ist es so schwer dieses zu finden? Genau dass ist das Thema des nächsten Beitrages :)

Beste Grüsse
Mike

Kommentare:

  1. Sehr schöner Beitrag. Ist es aber nicht so, dass je größer der TimeFrame ist, desto sicherer sind die Signale der Indikatoren?
    Freue mich auf deinen nächsten Beitrag.

    Viele Grüße

    http://wintradefx.blogspot.de/

    AntwortenLöschen
  2. Danke für deinen Kommentar.
    Wenn es um Support & Resistance geht, gebe ich dir da vollkommen recht. Ein Support-Level in einem Tages-Chart das an einem 360 Tages-Tief liegt, wird viel mehr Reaktion auslösen als ein Support-Level in einem Minuten-Chart welches an einem 360 Minuten Tief liegt. Klare Sache.

    Zudem werden Werte von Indikatoren in grossen Timeframes von mehr Tradern gesehen und ernster genommen. Aber auch hier wirst du Beispiele finden in denen sich ein Stochastic über Wochen in einem Exterm-Bereich befunden hat. Zudem dauert es einfach länger um zu sehen ob ein Signal gültig war oder nicht in grossen Timeframes.

    Grundsätzlich musst du dich Fragen was ein Indikator denn genau ist und auf was er basiert. Der Markt liefert uns den Preis, also Open, High, Low und Close, das Volumen und die Zeit in welcher diese Werte stattfinden. Indikatoren basieren auf diesen Daten, egal in welchem Timeframe.

    Wenn wir also als Beispiel einen Stochastic nehmen über 8 solcher Zeit-Einheiten, dann gibt dieser uns eine Information wo der aktuelle Preis im Verhältnis zu den Preisen (High/Low oder Close) der letzten 8 Kerzen liegt. Wir sehen auch ob das Momentum während dieser Zeit zu- oder abgenommen hat.

    Nun zu behaupten, dass diese Werte weniger sicher oder unsicher sind als in einem anderen Timeframe stimmt meiner Meinung nach nicht. Sie sind in einem Minuten-Chart genau so richtig wie in einem Stunden-Chart. Sie beziehen sich lediglich auf eine kürzere Zeitspanne.

    Wenn ich nun eine Position öffne aufgrund dieses Indikators, kann ich aber in einem Minuten-Chart ein Stop-Loss von wenigen Pips verwenden während ich in einem Stunden-Chart vielleicht 20 oder 30 Pips verwenden würde. In einem Minuten-Chart kann ich die Position mit einem Risk to Reward von 1:3 nach 10-15 Pips schliessen während ich in einem Stunden-Chart mit dem gleichen RR auf 60-90 Pips warte. Das Risiko pro Trade bleibt aber zum Beispiel bei einem Prozent des Kapitals.

    Klar brauche ich dazu ein System welches mehr Pips gewinnt als verliert, also profitabel ist. Dieses brauche ich aber in jedem Timeframe. Es dauert einfach wieder dementsprechend länger um herauszufinden dass ein System nicht profitabel ist wenn ich dieses im Tages-Chart handle.

    Klar wie Klosbrühe? :)

    Lg, Mike

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Eine sehr ausführliche Antwort, ich weiß garnicht, wo ich anfangen soll :)

      Die Stochastik befindet sich auch in großen TF'S des öfteren lange im Extremum, das ist richtig. Ich finde, die Stochastik ist auch kein Trend-Indikator. Ich benutze ihn für den Einstieg, und zwar in kleineren TF's des Charts, den ich analysiere. Das heißt, ich analysiere den Daily Chart, dazu vielleicht den H4. Jetzt, nachdem ich einen Trend, eine Erholung oder ein Re-Test gefunden habe, sichere ich mich durch die Stochastik im H1 oder M30 Chart ab.

      Ich finde, dass Traden in kleinen TimeFrames risikoreicher ist, allein deswegen, weil der Markt die oberen TF's mehr honoriert und man muss sich zwangsläufig nach dem Markt richten, um Profite zu machen.
      Zudem musst du in M1 Charts sehr geschickt sein und ein System entwickeln, das sich dieser Schnelligkeit anpassen kann.
      Wenn du so eins gefunden und die nerven dafür hast, dann kann ich dich nur beneiden :)

      Zu deinem Anschluss-Kommentar:

      Ich kann dir da leider nicht zustimmen. Wenn eine Position wegen dem RSI im Daily Chart den Preis beeinflusst, dann wird das in jedem Fall den M1 Chart ebenfalls beeinflussen. Letztendlich macht es keinen Unterschied.

      Viele Grüße!

      Löschen
    2. Danke für deine Antwort :)

      Was ich mit dem zweiten Kommentar meinte, ist dass niemand der viel Geld investiert wegen eines RSI im M1 der sich in einem Extrem-Bereich befindet eine Trading Entscheidung fällt. Dies geschieht aber in Tiemframes wie dem D1.

      Mir ist es immer wichtig klar zu stellen, dass dies meine persönlichen Ansichten sind die ich aus den letzten Jahren gewonnen habe. Vieles was für mich stimmt, muss nicht für andere stimmen. Ich begrüsse also jede Kritik weil sie mir die Möglichkeit gibt, meine Ansichten zu überdenken und weiter zu entwickeln.

      Liebe Grüsse
      Mike

      Löschen
    3. Das ist durchaus möglich.

      Ich bin auch immer dabei, mich weiter zu entwickeln. Dein beitrag hat mich schon etwas zum nachdenken gebracht. Vielen Dank dafür ! :)

      Viele Grüße

      http://wintradefx.blogspot.de/

      Löschen
  3. Ach ja und was mir noch eingefallen ist: Wenn man sagt, dass nicht Indikatoren den Preis bestimmen, sondern der Preis die Indikatoren, dann stimmt dies in einem Minuten-Chart zu 100%.

    In einem Tages-Chart wage ich zu behaupten dass dies nur noch zu vielleicht 99.5% stimmt, da ein RSI-Wert in einem Exterm-Bereich einige technische Spekulanten dazu bewegt an dieser Stelle eine Position zu öffnen und somit den Preis zu beinflussen.

    AntwortenLöschen
  4. Fundamentale Analyse
    http://devisenhandel-trading.de/fundamentale-analyse/

    AntwortenLöschen